Das LG Köln (Az. 14 O 427/13) und die Urhebernennung – Ist die Entscheidung die Aufregung wert?

Ja. Natürlich haben auch wir uns um die gestern zunächst durch den Kollegen Plutte veröffentlichte Entscheidung des LG Köln vom 30. Januar, Az. 14 O 427/13 Gedanken gemacht. In der täglichen Morgenlage kamen wir allerdings zu dem einstimmigen Ergebnis: Die derzeitige Aufregung in den Timelines ist dieses Urteil nicht wert.

Zum Sachverhalt:

Ein Fotograf stellt auf einer Plattform (hier: Pixelio) ein Bild ein. Ein Dritter nutzt das Bild zur Bebilderung seines Artikels auf einer Website. Wie üblich kann man das Bild auch einzeln im Browser aufrufen.

Nun hält Pixelio – wie andere Stockfoto-Plattformen auch – Lizenzbedingungen vor, die dort lauten:

„Der Nutzer hat in der für die jeweilige Verwendung üblichen Weise und soweit technisch möglich am Bild selbst oder am Seitenende PIXELIO und den Urheber mit seinem beim Upload des Bildes genannten Fotografennamen bei PIXELIO in folgender Form zu nennen: ‚© Fotografenname / PIXELIO‘

Bei Nutzung im Internet oder digitalen Medien muss zudem der Hinweis auf PIXELIO in Form eines Links zu www.pixelio.de erfolgen.

Der Betreiber der Seite hatte vorliegend am unteren Rand der Seite, auf der das Bild verwendet wurde eine Urhebernennung angebracht. Kein Verweis auf den Urheber fand sich jedoch bei der Verwendung des Bildes in Form des gesonderten Einzelaufrufs (also unter der direkten Web-Adresse, der Bild-URL).

Hiergegen wendete sich der Urheber des Bildes, der Fotograf. Er sieht sein Urheberpersönlichkeitsrecht, konkret das Recht auf Nennung des Urhebers nach § 13 UrhG verletzt und ging gegen den Seitenbetreiber vor.

Zur Entscheidung:

Das Landgericht Köln gab dem Fotografen Recht. Die Lizenzbedingungen seien eindeutig. In jedem Verwendungsfall sei der Urheber zu benennen und die Möglichkeit des Einzelaufrufs des Bildes im Browser sei ein Verwendungsfall. Folglich untersagte das LG Köln die weitere Verwendung ohne Nennung des Urhebers.

Wer Einzelheiten zu der Entscheidung lesen möchte, der kann das Urteil selbst oder aber die Ausführungen bei dem Kollegen Plutte und dem Kollegen Schwenke lesen.

Zur Aufregung hinsichtlich der Entscheidung:

Tja, wir haben es eingangs schon gesagt. Wir können die Aufregung nicht teilen. Auch wenn wir sonst mit den Kollegen Plutte und Schwenke oft einer Meinung sind, so müssen wir an dieser Stelle dagegen halten. In die „Achtung! Drama! Alle Webseitenbetreiber betroffen!“-Ausrufe und den damit damit provozierten Eindruck des erneut untergehenden #Neulandes können wir nicht einfallen.

Warum nicht? Das hat mehrere Gründe:

1. Grund

Dass ein Urheber nach den Lizenzbedingungen genannt werden muss, ist unstrittig und klar. Das LG Köln hat nur festgehalten, dass dies in jedem Verwendungsfall der Fall sein muss, also auch, wenn das Bild ausschließlich unter der Bild-URL abzurufen ist. Well, das macht zugegebenermaßen für den denjenigen, der das Bild nutzen will, mehr Arbeit. Ja, er muss zusätzlich im oder am Bild einen Urhebernachweis anbringen. (Übrigens, die Auffassung, dass es sich beim Anbringen des Bildes bereits um eine unzulässige Bearbeitung des Werkes handelt, wie Schwenke sagt, teilen wir nicht und auch Plutte geht davon nicht aus). Doch, kurz mal nachgedacht. Diese Urhebernennung ist das EINZIGE was der Urheber vom Verwender verlangt. Das Bild ist kostenlos. Der Verwender hat es ganz leicht. Suchen. Finden. Download. Einbauen. Nichts bezahlen. Nur den Urheber nennen. Wir finden, das ist nichtzuviel verlangt. Auch nicht bei der Bild-URL. Anders ausgedrückt: Wer diesen Aufwand nicht treiben will: You get what you pay for! Wer sich also die Mühe nicht machen will, der soll ein Bild kaufen und zwar nach Lizenzbedingungen, wonach der Urheber nicht genannt werden muss. Fertig.

2. Grund

Wie gesagt, die Auffassung des LG Köln kann man durchaus vertreten und teilen. Auch wenn sie das Leben der Verwender ungemütlicher macht. Nun wird eingewandt, dass aber doch selbst die Plattformen davon ausgehen, dass eine derartige Urheberbenennung nicht sein muss, schließlich habe Pixelio das in einer Stellungnahme verlautbaren lassen. Nun ja, die Plattformen sind aber eben nicht die Urheber. Sie sind nur „Mittler“, die den Urhebern die Möglichkeit eröffnet, die Fotos nach vorgefertigten Lizenzbedingungen an den Mann bringen. Dabei kann man dann -wie Schwenke ausführt – trefflich drüber nachdenken, ob dann nicht besser in den jeweiligen Lizenzbedingungen drin stehen müsste, dass auch eine Nennung des Urhebers in den Bild-URLs vorgenommen werden muss. Es stand im konkreten Fall aber nicht drin. Und damit ist das bei der jeweiligen Verwendung vorzunehmen. [Update 05.02.2014: Der Kollege Lampmann hat sich nun ebenfalls mit der Thematik auseinander gesetzt. In dem sehr differenzierten Bericht befasst er sich unter anderem ausführlich mit dem Verwendungsbegriff. Er meint, dass Gericht verwende den Verwendungsbegriff nicht richtig. Äußerst lesenswerter Artikel vom Kollegen Lampmann!)

Schwenke greift an dieser Stelle das „üblicherweise“ auf und meint, dass der durchschnittliche Nutzer darunter (nur) die Nennung auf der Website versteht und nicht erkennen kann, dass damit etwas anderes gemeint ist.

Auch dieser Auslegung können wir nicht folgen. Denn wenn mit der Kennzeichnung „in üblicher Weise“ der richtige Ort der Kennzeichnung nach der Auffassung des Nutzers wäre, dann wäre in ich-weiß-nicht-wie-vielen-Fällen die „üblich Weise“ sämtliche Urhebernennung ohne erkennbare Verbindung zum jeweiligen Bild unter das Impressum zu klatschen (Ja, das wird ständig so gemacht und immer wieder tauchen damit – Überraschung! – Probleme auf). Der Urheber muss aber eben – nach den hier genannten Nutzungsbedingungen in der üblichen Weise und soweit technisch möglich am Bild selbst oder am Seitenende benannt werden. So steht es dort eben. Am Bild selbst. Alternativ am Seitenende. Und zwar in der üblichen Weise. Das sind die Lizenzbedingungen zu denen der Fotograf (!) über Pixelio seine Bilder zur Verfügung stellt.

Damit, was „klar ersichtlich für den Verwender“ ist, hat sich das LG Köln übrigens sehr schön unter Randzeichen 50 seiner Entscheidung auseinander gesetzt und zwar auch ganz konkret mit dem Ausdruck “ in der üblichen Weise“.

Nur zur Erinnerung: You get what you pay for.

Übrigens: Wir haben hier ganz häufig die Frage nach der „richtigen“ Urhebernennung. Und wir haben schon bisher immer darauf hingewiesen, dass eine sichtbare Nennung direkt am Bild die sicherste Alternative ist. Aber das nur am Rande.

3. Grund

Es ist eine Entscheidung des LG Köln. Nicht mehr. Nicht weniger. Kein Oberlandesgericht. Kein Bundesgerichtshof. Zu dem handelt es sich zunächst nur um eine Entscheidung im einstweiligen Verfügungsverfahren. Auch wenn wir finden, dass die Entscheidung der ZK 14 keineswegs abwegig oder unsinnig ist, so heißt das noch lange nicht, dass diese Rechtsprechung sich durchsetzt. Will sagen, es ist immer noch lange nicht in Stein gemeißelt, dass tatsächlich der Urheber in solchen Fällen ( das muss man ja einmal betonen) auch im Direkt-Aufruf unter der Bild-URL zu nennen sein muss. Vielleicht ergibt die kommende Rechtsprechung, dass unter „in der üblichen Weise“ die schlichte Urhebernennung auf der zeigenden Webseite und nicht auf der Bild-URL zu sehen ist. So ist es eben mit diesem #Neuland. Gefestigte Rechtsprechung, die kommt erst noch.

Fazit

All die Weil bleiben wir alle ganz ruhig. Regen uns ab. Und gucken uns die Dinge in Ruhe an, bevor es aus allen Ecken #Skandal und #Aufschrei tönt. Beschwerten sich nicht viele gerade über die Erregungskultur des Netzes und forderten mehr differenzierte Sachlichkeit? Eben. Bitte. Danke.

In diesem Sinne,

nein, die Entscheidung ist ihre Aufregung nicht wert.

PS: Ja, es gibt schwarze Schafe. Unter Fotografen und unter Anwälten sowie unter allen anderen Menschen. Aber die sind hier einfach nicht Gegenstand der Debatte, bzw. sollten es nicht sein.

PPS: Bin gespannt, ob nun Sturm dräut.

PPPS, eingefügt am 04.02.14, 15:55: Zur Klarstellung: Auch ich bin der Auffassung, dass das Urteil nicht gerade im praktisch besten Sinne für Fotografen und Verwender ist. Aber es ist juristisch besehen eben mE nicht das grobe Fehlurteil als das es an manchen Orten verschrien wird.

Update: 05.02.2014:

Tja, das LG Köln scheint es mit der Urhebernennung bei den auf der eigenen Website verwendeten Bildern nicht so genau zu nehmen, wenn man den hämischen Twitter-Bemerkungen folgt. Das erinnert natürlich dann doch ein wenig an die „Die Bürger von Schilda“.

Pixelio hat selbst eine Stellungnahme zum Urteil des LG Köln abgegeben. Pixelio findet die Entscheidung nicht so richtig toll. Pixelio erklärt dann zum einen weiter, dass sie nun die Nutzungsbedingungen ändern werden und zum anderen, dass sie sich an der Berufung „beteiligen“ werden (wie auch immer das gemeint ist).

 

83 Gedanken zu „Das LG Köln (Az. 14 O 427/13) und die Urhebernennung – Ist die Entscheidung die Aufregung wert?

  1. Rico

    Danke für die Einrdnung. Was ich mich frage: Sie betonen, dass die Bilder kostenlos sind. Was aber ist mit Bildern von Plattformen, die kostenpflichtig sind. Wenn ich also ein Bild bei Fotolia.de erwerbe, den Urheber am Ende des Blogartikels nenne, aber eben nicht so IM Bild dass es auch bei einem Einzelaufrug sichtbar ist. Ist die Lage dann eine andere als bei Pixelio?

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    1. Nina Diercks Beitragsautor

      Klassische Juristenantwort: Das kommt darauf an. Und zwar auf die konkreten Lizenzbedingungen, die für dieses Foto gelten. Auch bei fotolia werden die unterschiedlichsten Lizenzen angeboten… Also, immer genau gucken. Trotz Kostenpflicht kann auch eine Nennung des Urhebers Teil der Lizenzbedingungen sein.

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      1. Alexander Karst

        Wichtig hier: die meisten Microstock-Agenturen (fotolia, shutterstock etc) verlangen den Bildnachweis NUR bei redaktioneller Nutzung. Kommerzielle Websites (und Printprodukte etc) von Unternehmen sind also gar nicht betroffen.

        Und das ganze Bohei könnte vermieden werden, wenn pixelio (wie andere Bildplattformen auch) die Metadaten wie Copyright-Vermerk, Lizenzstatus, Stichworte etc einfach in die IPTC-Daten schriebe. Der DAU weiß nicht was das ist und wäre so vor Abmahnungen sicher.

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  2. Matthias Spielkamp

    Es heißt „you get what you pay for“. Davon abgesehen ist es in der Praxis keine Kleinigkeit, den Urheberhinweis im Bild zu nennen. Es ist zwar sowohl vom Aufwand als auch technisch zumutbar, gestalterisch aber oft nicht. Denn der Hinweis würde ja auch dort angezeigt, wo das Bild zur Illustration verwendet wird (es ist ja dasselbe Bild). Und damit für sehr, sehr viele Nutzer unattraktiv. Ich bin mir sicher, dass der weitaus größte Teil der Fotografen, die ihre Bilder über Pixelio anbieten, mit dieser Entscheidung – wenn sie denn dazu führt, dass man die Hinweise wirklich anbringen muss – unglücklich wären (wüssten sie davon).

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    1. Nina Diercks Beitragsautor

      Tja. Da haben Sie auch recht. Ich habe ja auch nicht gesagt, dass die Entscheidung „praktisch“ oder „attraktiv“ ist. Ich hab sie nur unaufgeregt anhand der Urteilsgründe, der Lizenzbedingungen und des Rechts analysiert. Wie gesagt, abwarten. Setzt sich die Rechtsprechung durch, werden sich die Lizenzbedingungen der Plattform ändern. Davon würde ich zumindest ausgehen.

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  3. Adrian

    Es war halt schon immer üblich, die Urhebernennung auf der Seite vorzunehmen und nicht im Bild. Wenn man mit der seit Jahren gelebten Praxis auf einmal ein rechtliches/finanzielles Risiko eingeht, verstehe ich schon, dass das zu Unmut führt. Mal abgesehen davon, dass viele Fotografen im Dreieck titschen würden, wenn irgendwer anfangen würde, einen Urhebervermerk in der falschen Farbe/Schrift/Position auf ihr sorgsam komponiertes Bild zu klatschen (Stichwort: § 14 UrhG).

    Entscheidend für mich ist aber Grund 3: Da muss man einfach mal ein bisschen auf dem Teppich bleiben. Wegen einer einzigen Entscheidung im einstweiligen Rechtsschutz gegen die es auch gut vertretbare Gegenargumente gibt würde ich nicht gleich in Aktionismus ausbrechen.

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    1. Nina Diercks Beitragsautor

      Moin Adrian,

      schön von Dir hier zu hören/lesen. 🙂 Naja, zur „Üblichkeit“ habe ich im Text ausgeführt. Und ja, zu einem gewissen Grad kann ich den Unmut auch verstehen. Aber eben zu einem weit weniger aufgeregten Grad als andere. Und bei Grund 3 finde ich ja auch Deine Zustimmung. 😉

      Auf bald!

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      1. Adrian

        Was ich mit der Üblichkeit auch sagen wollte:

        Wenn es in den Lizenzbestimmungen heißt „in der üblichen Weise und soweit technisch möglich am Bild selbst oder am Seitenende“ kann damit eigentlich nicht ein Urhebervermerk auf dem Bild gemeint sein. Denn genau das ist nunmal nicht üblich. Insoweit bin ich etwas anderer Auffassung als ihr.

        Wobei hier sicher auch eine Rolle spielt, dass es sich um ein Verfahren im einstweiligen Rechtsschutz gehandelt hat. Die Klägerin hatte mit einem Beispiel glaubhaft gemacht (Rz. 52 im Urteil), was dem Gericht gereicht hat und auch reichen musste. Im Hauptsacheverfahren kann das aber ganz anders ausgehen.

        Außerdem meine ich, hätte das Gericht mal die Vorschaubilder-Rechtsprechung des BGH zumindest ansprechen müssen. Denn völlig fernliegend finde ich das nicht, dass man in die übliche Urheberbezeichnung (=nicht unmittelbar auf dem Bild selbst, sondern im HTML-Code in unmittelbarer Nähe zum Bild) konkludent einwilligt, wenn man ein Bild bei einem Stockdienst zur Verfügung stellt – unabhängig von den Nutzungsbedingungen.

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  4. Viktor

    Hier wird der Vorschlag gemacht, die Lizenz im Bild unterzubringen, allerdings ganz außer Acht gelassen, dass eine gültige Auszeichnung (bei Pixelio) einen Backlink enthalten muss!

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    1. Nina Diercks Beitragsautor

      Es geht nicht um die Lizenz, sondern um die Urhebernennung. Die Urhebernennung ist ein Recht des Fotografen. Hierum ging es. Davon ist wiederum die Nutzungsbedingungen von Pixelio zum Backlink zu unterscheiden.

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      1. Jochen Häberle

        Aber bezieht sich die Entscheidung des LG nicht genau auf die Lizenz von Pixelio? Haben die Richter nicht auch gleich eingeschränkt, dass es sich um eine Einzalfallbeurteilung aufgrund der Lizenzbedingung handelt?

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  5. Karsten

    Nun mal langsam…

    gemeint ist doch der Direktaufruf des Bildes IM Browser mittels Bild/Graphik anzeigen. Das würde bedeuten, das ich im ORIGINAL Änderungen durchführen müsste. Das wird wohl keiner wollen.

    Wenn ich aber via Grafik anzeigen mir ein Bild für sich anzeigen lasse bin ich nicht mehr auf der Seite desjenigen der das Bild via Link eingebunden hat. Das heißt: in der Browser Adresszeile würde im angegebenen Fall Pixelio stehen.

    Da ist einfach keine Urheberrechtsverletzung vorhanden. Ich nenne das ein Fehlurteil. Gerade die Kölner Richter zeichnen sich ja durch Kompetenz in Sachen Neuland aus.

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    1. begs

      Nein, man bindet das Bild nicht direkt von der pixelio Seite aus ein, man legt es im Normalfall auf seinen eigenen Server und kopiert es somit.
      Somit bleibt man dann auch in der URL auf der selben Domain und kommt nicht zu pixelio.

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  6. Alexandra Wagner

    Ich wünsche mir ja, dass Grund 3 die Oberhand behält, für den Fall das nicht Folgendes: Den Grund 2 mag ich ja gerne gelten lassen, wenn es um neue Bilder geht, ich freue mich auch, dass Fotografen Bilder kostenfrei zur Verfügung stellen – aber was ist mit den Hunderten von Bildern, die bereits auf den Portalen veröffentlicht sind und bei denen die Urhebernennung wie bisher üblich als Bildunterschrift unter , aber eben nicht direkt AM Bild so wie es normal, machbar und sinnvoll ist? Ein Kunde von mir hat neulich mal gezählt – es sind mehr als 1500 gekaufte Fotos mittlerweile. Diese komplett und in allen Versionen aufzuspüren, zu löschen, zu bearbeiten und neu hochzuladen dauert und kostet Zeit und Geld, also ist die Verärgerung und Aufregung meiner Meinung nach doch verständlich.

    Alles in allem ärgert mich aber weniger das Urteil selbst als diese gesamte Diskussion ums Urheberrecht. Es wird immer mehr Unsicherheit erzeugt, durch unklare Entscheidungen und Vorgaben – Unsicherheit lähmt und wird damit zu einem Kontrollinstrument das mir ehrlich gesagt wirklich sehr sauer aufstößt. Letztendlich sind doch eigentlich die Fotografen die Leidtragenden – denn wer hat unter diesen Bedingungen noch Lust und den Mut fremde Bilder auf der Seite zu veröffentlichen – seien sie nun gekauft oder kostenlos.

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    1. Nina Diercks Beitragsautor

      Nur soviel zur Unsicherheit: Es ist vollkommen normal, dass hier eine gewisse „Unsicherheit“. Das ist ja auch alles neu. Und erst so langsam kommen nach und nach alle möglichen Urteile zu diesen Themen auf. Es IST also auch für die Rechtsprechung neu. Die muss sich erst finden. Es war nach der Schuldrechtsreform nicht anders. Und die hatte nun wirklich nichts mit dem „Internet“ oder „Neuland“ zu tun. Wenn sich die hier aufgekommene Rechtsprechung verfestigt, kräht in drei Jahren kein Haar mehr danach, weil es dann eben so ist wie es ist und es allen bekannt ist. Wenn nicht, dann wird sich eine andere Auffassung durchsetzen.

      Und zur Frage der bereits vorhanden Bilder: Ja, das ist eine missliche. Aber das Recht und die Lizenzbedingungen waren vorher schon da. Das in solchen Fälle Unmut und Ärger da ist, ist aus der persönlichen Perspektive auch absolut verständlich.

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  7. Edith Nebel

    Wenn das Bildbearbeitungsgedöns für künftige Fälle gelten würde, würde ich das auch gelassen sehen. Aber die Aussicht, ein paar tausend Pixelio-Bilder rückwirkend so mal nebenher bearbeiten und mit Textangaben versehen zu müssen, lässt mich nicht ganz so entspannt lächeln wie die Autoren dieses Beitrags.

    11 Jahre lang haben wir auf unseren Seiten die Bilder so verwendet, wie das state-of-the-art war. Jetzt kommt einer und sagt: „Ätsch, ab heute seid ihr alle Kriminelle! Baut eure Seiten zack-zack um, oder wir zerren euch vor Gericht und ziehen euch finanziell die Hosen aus.“

    Das ist in meinen Augen die Sauerei: Im Nachhinein Knall auf Fall die Konditionen ändern.

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    1. Nina Diercks Beitragsautor

      Siehe meine Antwort auf den Kommentar zuvor von Alexandra Wagner. Der Ärger ist verständlich. Aber um es klar zu stellen: Die Konditionen sind nicht verändert worden. Die waren schon immer so. Bloß hat es niemand so gemacht und das LG Köln sagt eben, doch so ist das zu verstehen, jeder Verwendungsfall muss gekennzeichnet werden.

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    2. Jochen Häberle

      Keiner zwingt euch, alle Bilder zu bearbeiten.
      Viele Websites unternehmen einigen Aufwand um die Einbindung ihrer Bilder auf anderen Sites zu unterbinden. Das läuft unter dem Begriff des Hijacking und ist für einige Anbieter ein massives Problem (Rechte, entstehender Traffic, ausfallende Werbeerlöse,…). Das ist lösbar. Technisch.
      Ebenso ist lösbar, dass man Bilder nicht ohne die Seite, die die Bilder einbindet, anzeigen kann, denn das ist in etwa das gleiche Problem.

      Insofern zielt das LG Köln mit dem „so weit technisch lösbar“ auf genau den richtigen Sachverhalt hin.

      Wie Frau Diercks schon völlig richtig anmerkte: bloß weil man das „schon immer“ so gemacht hat, ist es leider nicht automatisch richtig. Und es ist nicht die Aufgabe des Gerichtes, eine „angenehme“ Rechtsprechung zu verfassen. Denn: You get what you paid for.

      Is leider so.

      Mein Tipp: Wendet euch an den kompetenten Webmaster eures vertrauens und lasst euch das in einer Stunde richten 😉

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      1. XSized

        Jeder auch nur ansatzweise erfahrene Neuland-Nutzer wird diese „Schutzvorkehrungen“ binnen Sekunden zerlegen und ohne die geringsten Schwierigkeiten das jeweilige Bild allein darstellen. Und nur darum geht es hier, nicht um die Einbindung auf fremden Seiten.

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        1. Jochen Häberle

          keinesfalls. Der durchschnittliche und auch der ansatzweise erfahrene Neuland-Nutzer ist nicht in der Lage, eine Referrer-Kennung zu faken, zumal das mit dem normalen Browser ohne spezielle Plugins gar nicht möglich ist.
          Und da es nunmal um die gleiche Technik handelt, die die Einbindung von Bildern auf fremden Seiten unterbindet, ist es, finde ich, schon relevant, auch wenn es natürlich hier nicht direkt darum geht.

          Davon abgesehen ist es überhaupt nicht notwendig, unüberwindliche Hürden aufzubauen, um solchen Regelungen genüge zu tun.

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          1. XSized

            „Bild in neuem Tab öffnen“ wird immer die korrekte Kennung liefern und darüber hinaus liefert jeder Browser per F12 sämtliche erforderlichen Tools, um das Bild außerhalb der Seite anzuzeigen.

            Es geht auch nicht um unüberwindliche Hürden für Otto-Normal-Surfer. Die Inkompetenz hinter diesem Urteil sorgt eher dafür, dass man es für denjenigen unmöglich machen muss, der eine solche Situation provozieren will um sein „Recht“ zu bekommen. Und den wird man nicht davon abhalten können. Exakt (auch) aus diesem Grund ist es schlicht ein Fehlurteil.

  8. Thomas R.

    Jetzt nehmen wir mal an, ich möchte eine Grafik nicht verwenden, um einen Artikel zu illustrieren, sondern als Teil des zugrundeliegenden Designs der Webseite, in einer Menüleiste beispielsweise. Da sollen dann die Lizenzinformationen IN JEDE EINZELNE TEILGRAFIK direkt eingefügt werden? Na, da wird das deutsche Internet in ein paar Tagen ja lustig aussehen. Die Entscheidung ist derart weltfremd, dass es mich schon wundert, dass Sie sich nicht fragen, was denn nun passieren würde, wenn sich wirklich jeder daran halten würde.

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  9. Oliver Meyer

    Bezieht sich diese Urteil also nur auf Pixelio (weil dort Bilder kostenlos geladen und veröffentlicht werden dürfen) und nicht auf andere Stock-Fotos-Anbieter, weil dort für die Nutzung bezahlt wurde?

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    1. Nina Diercks Beitragsautor

      Klassische Juristenantwort: Das kommt darauf an. Und zwar auf die konkreten Lizenzbedingungen, die für dieses Foto auf der jeweiligen Plattform gelten. Auch bei anderen Plattformen werden die unterschiedlichsten Lizenzen angeboten… Also, immer genau gucken. Trotz Kostenpflicht kann auch eine Nennung des Urhebers Teil der Lizenzbedingungen sein.

      Antworten
  10. Thomas R.

    Angeregt durch einen Kommentar anderswo möchte ich zur Verdeutlichung ein anderes Beispiel aufzeigen:

    Eine Webseite verwendet in den Kommentaren Smilies, die unter Einhaltung aller Lizenzbedingungen als Fremdwerke gekennzeichnet sind. Und zwar an einer zentralen, gut sichtbaren Stelle. Nach dem Kölner Urteil muss -jeder einzelne- Smilie direkt im Bild den Urheber nennen.

    Und was ist mit anderen Grafiken, die so klein sind, dass für die Urheberangabe kein Platz ist? Da kann man dann zwar auch das Bild um viele Pixel vergrößern und den Urheber außerhalb des ursprünglichen Bildbereichs nennen, aber verwenden kann man die Grafik danach für nichts mehr. Oder ein simples Rautenmuster für den Hintergrund. Nennung des Urhebers in jeder einzelnen Raute?

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    1. Nina Diercks Beitragsautor

      Es muss nicht im Bild genannt werden, neben dem Bild reicht. Das zum einen. Zum anderen ist das so allgemein überhaupt nicht zu be- oder verurteilen, weil es schlicht auf die speziellen Lizenzbedingungen zu dem jeweiligen, Foto, Grafik, Bild etc. ankommt.

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  11. Guido Augustin

    Vielen Dank für den beruhigenden wie klaren Ton. Die Webwelt scheint wie ein Haifischmaul, in dem Zähne schnell nachklappen, wenn einmal untergegangen. Hurt so lässt sich erklären, wie viele Tode das Web und mit ihm das gesamte Abendland schon gestorben sind.

    Mal am Rande: Muss es nicht „You get what you pay for“ heißen?

    Herzlichst Guido

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  12. Pingback: Urheberrecht: Was das Urteil des Kölner Landgerichts bedeutet » t3n

  13. Donner

    Das Öffnen eines Bildes in einem neuen Browser-Tab – ohne Urhebernennung – kann man sich übertragen in die reale Welt so vorstellen: der Leser schneidet ein Bild – ohne Urheberhinweis – aus einer Zeitschrift aus.
    Frage: Muß die Zeitschrift dafür nun Strafe/Lizenz zahlen?

    P.S.: Bitte die Ironie beachten!

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  14. Nina Diercks Beitragsautor

    Die Autorin meldet sich hier auch noch mal kurz allgemein zu Wort:

    Zunächst einmal ganz herzlichen Dank für das große Interesse und die vielen Kommentare zu meinen Ausführungen! Das freut natürlich.

    Darüber hinaus ganz kurz noch eines: Auch ich bin der Auffassung, dass das Urteil nicht gerade im praktisch besten Sinne für Fotografen und Verwender ist. Aber es ist juristisch besehen eben mE nicht das grobe Fehlurteil als das es an manchen Orten verschrien wird.

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  15. Friederike Krick

    2 Anmerkungen dazu:
    1. Der Fotograf hätte die Möglichkeit, den Urheber, also sich selbst, im Bild an einer ihm genehmen Stelle anzubringen. Fotos, die derartig gekennzeichnet sind, eignen sich dann aber nur noch sehr begrenzt zur Illustrierung.
    2. Der Verfall der guten Sitten beim Bildeinkauf – Nennung des Urhebers und vor allem die schlechte Honorierung – ist auch den Fotografen geschuldet, die ihre Fotos in Bilddatenbanken wie Pixelio „verschleudern“.

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  16. XSized

    Selbstverständlich muss man zwischen den Ansprüchen eines Urhebers und den Nutzungs-/Lizenzbedingungen eines Portals oder Vermittlers unterscheiden.
    Aber: Nach meinem Verständnis akzeptiert der Fotograf die Nutzungsbedingungen des Portals bzw. Vermittlers. Diese sind allen Seiten bekannt. BEVOR der Urheber seine Bilder zur Verfügung stellt, erklärt er sich mit diesen einverstanden.

    Jetzt nachträglich fällt ihm ein, dass er es doch ganz anders möchte und mahnt diejenigen ab, die sich an die gleichen Nutzungsbedingungen halten, die auch der Fotograf akzeptiert hat. Und hat damit (zunächst) Erfolg. Das hieße ja, jeder Fotograf könnte zunächst erst einmal fröhlich derartige Portale mit seinen Bilder füllen, diese dort kostenlos anbieten und anschließend ebenso fröhlich eine Nutzungsgebühr von denjenigen fordern, die die Bilder eingebunden haben. Angesichts Ihrer Argumentation offensichtlich legitim.

    Das kann aber m.E. nach nicht sein. Wenn ich als Urheber nicht mit den Nutzungsbedingungen eines solchen Portals einverstanden bin, dann habe ich es nicht zu nutzen. Oder diese Bedingungen mit dem Anbieter zu verhandeln. Aber nicht mit denen, die sich an die bestehenden Bedingungen halten.

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  17. Pingback: Katastrophales Urteil des LG Köln: Stockphotos sind Abmahngrund!

  18. talinee

    Mal eine ganz andere Frage: Der Urheberrechtshinweis soll ersichtlich sein, wenn das Bild beispielsweise direkt aufgerufen wird. Wäre es dann auch eine Möglichkeit, den Hinweis nur in den Dateinamen – und damit gleichzeitig in die URL, einzubauen? Also die Datei beispielsweise copyright_Vorname_Nachname-pixelio.jpg zu nennen? Genauer: wäre das diesem Urteil nach ausreichend?

    Antworten
    1. Nina Diercks Beitragsautor

      Puh. Äh. Werde ich darauf festgenagelt? Hat Thomas (Schwenke) das nicht auch vorgeschlagen? Sorry. Kurz vor neun Uhr abends. Langer Tag. Gerade keine Lust noch mal vertieft ins Urteil oder bei den Kollegen zu schauen, aber so aus dem Bauch: Ich finde ja. Es sei denn, da würde dann ein Richter sagen, dass sei nun aber ein ungewöhnlicher Ort, da könne man das ja gar nicht finden. So wie in dem Impressums-Urteil zu Facebook. *hust 😉 (Oh, sorry, der Kasper geht durch, morgen bin ich wieder seriös! 😉 )

      Antworten
  19. Christian Buggisch

    Eine Frage: Würde es reichen, wenn Pixelio seine Nutzungsbedingungen ändert und z.B. ausschließlich die Nennung des Urhebers am Seitenende vorsieht? Dort hat man ja angekündigt, so etwas tun zu wollen: http://www.pixelio.de/static/stellungnahme

    PS: Ich verstehe schon, dass sich das Thema rein juristisch so bewerten lässt und man dann den Ball ein bisschen flach halten möchte. Aber was die Innovationsfreundlichkeit dieser Gesellschaft, die Erleichterung des Zugangs zu digitalen Medien, kurzum die Modernität dieses Landes angeht, ist so ein Urteil fatal. Menschen, die im Web aktiv werden (z.B. bloggen), keine Bilder klauen, sondern sich in einer Datenbank besorgen, den Urheber nicht verschweigen, sondern nennen – werden plötzlich kriminalisiert. Das ermutigt niemanden, im Web aktiv zu werden. Und das ist mindestens schade.

    Antworten
  20. Dirk

    Ich finde schon, das das Urteil sehr weltfremd ist. Wie schon weiter oben geschrieben hat sich der Fotograf mit den Nutzungsbedingungen von pixelio einverstanden erklärt als er das Bild eingestellt hat.
    Somit kann er auch nicht nachträglich verlangen sein Bild zu verändern was wiederum ja auch verboten ist. Ich denke mal besagter Fotograf hat sich eh ein Eigentor geschossen, denn seine Bilder werden wohl nicht mehr auf solchen Plattformen veröffentlicht werden.
    Komisch ist nur halt, das selbst das LG Köln gegen sein eigenes Urteil verstößt.

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  21. DL2MCD

    Nee, klar, „gar kein Grund zur Aufregung“…schreibt ein Anwalt, der ja an der Abmahnwelle dann gut mitverdienen kann, die nun folgt…

    Es ist sehr wohl ein Grund, sich aufzuregen, und schlicht ANGST zu haben, wenn das LG Köln immer wieder so einen Mist entscheidet.

    Haben Sie eine Vorstellung davon, wie das für die Familienväter gewesen sein muß, denen man vor Weihnachten mit Anwalt drohte, auf einen Porno-Pranger zu stellen, welche Videos sie sich auf diesem Porno-Portal angeguckt hatten, und Name udn Adresse daneben, wenn sie nicht zahlen und erst abwarten, ob so eine Erpressung legal ist?

    Glauben Sie, denen hilft es jetzt, daß das alles irgendwann wieder geregelt ist? Daß das LG Köln in dem Fall den Fehler mal eingesehen hat?

    Mir hat man auch gesagt, ich solle mir keine Sorgen machen, in 20 Jahren ist das alles geregelt und vorbei.

    VON WEGEN!!!

    Für mich gilt das Urteil des LG Köln noch 16 Jahre, wenn ich was falsch mache, in einer E-Mail-Adresse meinen Namen auf dem westdeutschen Rundfunk ungenehme Art verwende, ist eine HALBE MILLION fällig. Für Sie als Anwältin ist das natürlich gar kein Geld, so wie für die Juristen und Intendanten des westdeutschen Rundfunks, für mich aber schon, und GENAU DESHALB hat der Richter auf auf dieser Summe BESTANDEN, gesagt, so ein Kleiner wie ich dürfe einem Großen nicht widersprechen und allen fiesen Anträgen des Senders auch noch einen eigenen hinzugefügt, nämlich daß ich zukünftig GEGEN DAS RECHT ZU VERSTOSSEN HABE und das Impressum von meiner Website nehmen muß, weil es meinen Freunden, Bekannten und Kontakten, aber auch Fremden leichter ermögliche, mich zu kontaktieren und nicht meinen Gegner und das deshalb wettbewerbsrechtlich unfair sei: Wer mich suche, mit mir reden wolle, müsse sich gefälligst erst an den westdeutschen Rundfunk wenden…

    Wenn man keine Mittel für die nächste Instanz hat, gilt so ein Richterspruch, selbst wenn er geltendem Recht widerspricht.

    Zudem hat der westdeutsche Rundfunk klargestellt, daß er sich auch niemals an die Teile des Urteils halten wird, die mir zugute kämen, also daß ich meine E-Mail zumindest privat noch nutzen dürfe. Gerade da, weil es da weh tut, wenn die plötzlich Zugriff auf meine E-Mails haben, auf meinen Amazon-Account, auf meinen Ebay-Account, auf die E-Mails von meinem Chef und damit betriebsinterna (weshalb mir mein Chef damals auch verboten hat, dem Ansinnen des Senders nachzugeben) und mit Paypal gleich nochmal direkt an mein Konto, von dem Eingriff in die Privatsphäre ganz abgesehen.

    Und trotzdem bzw. gerade deswegen, denn man wollte die Rechtssprechung ändern, wird dieses Urteil seitdem immer wieder herangezogen, wenn man anderen an die E-Mail-Accounts will. Und selbst von Dr. Hoeren zitiert, nur blank der dahinterstehenden Motivation des Senders.

    Ebenso ist das hier ein Testschuß, die Rechtssprechung zu verändern, so wie man ja auch irgendwann durchsetzte, daß das Impressum nicht nur von der Startseite, sondern von allen Seiten erreichbar sein soll, was bei alten, handgebauten HTML-Seiten gar nicht geht, nur in modernen CMS-Systemen.

    Jetzt soll das nicht nur AM Bild stehen, sondern auch noch IM Bild!

    Ich bin selbst Fotograf und für eine Nennung des Fotografennamens, aber AM Bild sollte reichen. Sonst kommen nämlich die Bilderklauer wieder mit der Argumentation, wenn kein (c) (das in D ohnehin eine rechtliche Bedeutung hat, nur in USA) und kein Name IM Bild steht, dann dürfe man das klauen!

    Und „you get what you pay for“ ist Unsinn, die Nennung von Fotograf und Bildquelle ist IMMER Pflicht, auch wenn man das Bild gekauft hat, außer man (also eine Agentur) hat dem Fotografen alle Rechte abgekauft und verzichtet auf die Nennung ihres Namens.

    Wenn man aber das Bild einzeln abruft, also die dahinterstehende .jpg-Datei, damit die Website wegblendet, auf der der Hinweis steht, dann ist das, wie hier schon jemand schrieb, so, als ob man es aus der Zeitung ausschneidet. Was soll das? Dann kann man auch argumentieren, auch im Bild sei ein Hinweis zu wenig, denn den könne man ja in der Bildbearbeitung abschneiden.

    Pixelio hat so etwas nie verlangt, und Pixelio ist Vertragspartner. Wieso soll ein Fotograf nun plötzlich Extra-Dinge verlangen, die anderen Fotografen ebenso schaden wie Bildagenturen und jedem, der online veröffentlicht? Nur, weil die Juristen so zu Geld kommen?

    Fehlurteil ist Fehlurteil und ja, da kann man Angst haben, denn es kann bald revidiert werden, aber es kann auch verfestigt werden. Am LG Köln wird das Haupturteil nicht anders ausfallen als die e.V., und am OLG Köln wird das Urteil dann auch nicht anders ausfallen, denn Köln ist Köln, die hassen Leute, die anderswo wohnen. Und bis zum BGH ist jeder normale Mensch pleite.

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  22. patrickj

    Danke für Ihren lesenswerten Kommentar. Aber irgendwie finde ich es doch unplausibel, dass das (mal abgesehen von den Pixelio-Nutzungsbedingungen) gehen soll.

    In Vorschaubilder I etwa attestiert der BGH einem Urheber, dass er mit üblichen Nutzungshandlungen im Internet zu rechnen hat, wenn er sein Bild einstellt. Spinnen wir das weiter: Mit seiner Einstellung in pixelio.de ohne die Urheberangabe im Bild willigt der Fotograf also selbst ein, dass die Google-Bildersuche das Bild — logischerweise wieder ohne Urheberangabe — zugänglich machen kann. Mit der Argumentation aus Vorschaubilder II erstreckt sich diese Einwilligung sogar noch auf die Suchmaschinenindizierung der Seite des Lizenznehmers, der das Bild nun auf seiner Seite einbindet. Damit hat er selbst doch schon mit seinem Verhalten dazu geführt, dass massiv gegen sein Anerkennungsrecht verstoßen wird. Und nun versagt er dem Dritten unter Berufung auf 13 UrhG, der das Bild lizenzkonform in seine Website einbettet, die Rechtmäßigkeit seines Vorgehens, weil dieser das unveränderte Bild technisch bedingt auf seiner Seite unter einer URL zugänglich macht, an die man im Grunde nur auf zweierlei Weisen gelangt: Entweder über die lizenzkonform nutzende Seite (aus der die Angaben bereits hervorgehen) oder, wie Sie auch andeuten, über eine Suchmaschine. Aber der Suchmaschine selbst hat er die Nutzung ohne Urheberangabe doch auch schon erlaubt, was die Frage aufwirft, welches Schutzbedürfnis hier noch abgedeckt werden soll.

    Für mich klingt das alles recht treuwidrig. Für Sie nicht?

    Antworten
  23. Suitbert Monz

    Jetzt bitte mal für Nicht-Juristen! Am Bild, im Bild …? Wo muss nach dem Urteil der Urheberhinweis definitiv hin!?

    1. Hinweis im Artikeltext der Seite, die das Bild enthält
    (Das reicht nicht, wegen dem Rechte-Maus-Klick-Problem, verstanden 😉

    2. Hinweis über das Bild schreiben
    (Mit Bildbearbeitung eine Zeile auf dem Bildmotiv aufbringen (c) Fotograf / Agentur)

    3. Hinweis in die Metadaten der Bilddatei einfügen
    (Vor Upload des Bildes auf die Seite die Dateieigenschaften (z.B. IPTC) der Bilddatei ergänzen)

    Kann man nach dem Urteil eine der Optionen als korrekt ansehen? Und wenn ja, welche?

    Antworten
  24. begs

    Ich bin im Grunde bei Ihnen (Grund 1).

    Aber ich bin dann eher dafür, dass die Bildlizenzen um einen Passus erweitert werden, der fest legt, dass ein gekauftes Bild eben wie bisher eingebunden werden darf.
    Hier den Webseitenbetreibern den schwarzen Peter, und damit die Arbeit, zuzuschieben, finde ich nicht richtig.
    Jeder Fotograf der meint hier nachlegen zu müssen, kann dann hergehen und seine Lizenzen anpassen und seine Kunden darüber informieren.

    Weiterhin könnten die Fotografen, die meinen unbedingt auch IM Bild genannt zu werden, ja ab (Urteilstag) jetzt einfach hergehen und den Urheberverweis direkt selbst im Bild anbringen.
    Als Kunde kann man sich dann entscheiden, ob man das entstellte Bild kaufen will, oder lieber zum Konkurrenten mit „normalen“ Bildern und Ansichten geht.

    Antworten
    1. Friederike Krick

      Pragmatische Lösungen sind meistens die besten! Fotos, die im Bild den Fotografen anzeigen, werden „unverkäuflich“ sein, selbst, wenn sie nichts kosten. Bilddatenbanken, die solche Informationen sichtbar mitgeliefert haben, sind davon auch wieder abgegangen. Ist der Hintergrund vielleicht der, dass sich mit Abmahnungen mehr Geld verdienen lässt als mit dem tatsächlichen Bildverkauf?

      Antworten
  25. begs

    Entschuldigung, es muss in meinem vorherigen Beitrag heißen „, ob man das entstellte Bild nehmen will“
    (Und damit dann unter den herkömmlichen Urheberrechtsnennungen ebenfalls kostenlos für den Fotografen Werbung macht)

    Antworten
  26. Pingback: Skandal Im Sperrbezirk | Wortfuehrer.com / BLOG

  27. ClaudiaBerlin

    Folgte man der Logik des Landgerichts Köln, dass der Einzelaufruf als eigenständige „Verwendung“ gilt, wären ALLE Webseiten in DE ab jetzt rechtswidrig.

    Denn dann würde diese „eigenständige“ Seite ja nicht nur Urheberrechthinweise am Bild zeigen müssen, sondern auch sämtlichen Erfordernissen entsprechen, die mittlerweile zum Thema IMPRESSUM juristisch festgeklopft wurden. Dieses sieht man nämlich beim Einzelaufruf auch nicht, es gibt da nicht einmal Links dorthin!

    Antworten
  28. Oliver Schuh

    Vielen Dank für den ausführlichen Beitrag, liebe Frau Diercks,

    natürlich ist das Urteil ein wenig Aufregung wert und einige Anwälte profitieren ja auch davon, zumindest was die Berichterstattung darüber angeht.

    Aufregend – aber keinesfalls neu für mich – sind die teils recht unterschiedlichen Auffassungen der Anwälte. Ottonormalverbraucher will doch nur eines: Klarheit.
    Schließlich ist dem Bildverwender wohl kaum Vorsatz vorzuwerfen, denn er hat ja nach bestem Wissen und Gewissen den Urheberrechtsvermerk laut Nutzungsbedingungen angebracht.

    Der Eiertanz entsteht doch nur durch die unterschiedlichen Auffassungen Ihrer Zunft. An dieser Stelle würde mich interessieren, ob die Abmahnanwälte ein Mandat hatten oder (zunächst) aus eigenem Antrieb vorgegangen sind?

    Was die Aufregung anbelangt schwanke ich zwischen:
    Gut, wenn hier sensiblisiert wird (sowohl was Urheberrecht, als auch Abmahnanwälte anbelangt)

    Und:
    Leider schadet es vermutlich eher den redlich schaffenden Kreativen.

    Ich bin auf die weitere Entwicklung gespannt. So oder so.

    Schönen Gruß vom Südstrand
    Oliver Schuh | die gebrauchsgrafiker

    Antworten
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  33. Oliver Schuh

    Nun wollte ich mit meinem Beitrag den Kommentarfluß keineswegs bremsen. 😉
    Ich erlaube mir auf ein just eingetrudelten Beitrag zum Thema in einer kleinen, aber feinen XING Gruppe »die gebrauchsgrafiker« zu verlinken. Immerhin gab es dort auch den Hinweis auf Ihren Beitrag.

    Ein Nicht-Stockfotograf bringt es sehr gestochen scharf auf den Punkt, wie ich finde.
    https://www.xing.com/net/prifd7624x/diegebrauchsgrafiker/erhellendes-758109/neue-abmahnfalle-vermeintlich-korrekte-urheberkennzeichnung-bei-bilder-aus-stockarchiven-45975776/45987031/#45987031

    Vielleicht eine Anregung, auch für Anwälte. 😉
    Tschüssing vom Südstrand
    Oliver Schuh | die gebrauchsgrafiker

    P.S. Und nein, wir verwenden keine Gratis-Stockbilder.

    Antworten
  34. P. Meyer

    Ich bin Website-Gestalter … dies ist ein weiteres Urteil von uninformierten deutschen Richtern, die der Interwirtschaft Schaden zufügen. Irgendwann beschäftigen wir im Neuland nur noch Anwälte und Gerichte, aber die richtige Arbeit wird nicht mehr erledigt. Ein Trauerspiel. Das stellt jemand Fotos bei einem Stock-Anbieter ein und beschwert sich dann hinterher, das sie genutzt werden. Wer schaut denn bitte zweitklassige Fotos „direkt“ im Browser an? Was sollte ich davon haben? Sie erhalten Ihren Gestaltungswert nur im Kontext einer Website. Ein bisschen gesunder Menschenverstand wäre in der Rechtspraxis sehr hilfreich …

    Antworten
  35. Jochen Häberle

    Sehr geehrte Frau Diercks,

    vielen Dank für Ihre Einordnung. Jetzt fühle ich mich mit meiner Meinung nicht mehr so alleine. Der Aufschrei, der durch’s #Neuland geht zeigt deutlich, dass sich beide Seiten noch nicht sicher sind im Umgang mit dem Medium.

    Es geht hier keineswegs um eine allgemeingültige Entscheidung. Weder, weil es sich „nur“ um das LG handelt, noch, weil es um eine Lizenzformulierung von Pixelio geht. Keineswegs muss man _jedes_ Bild nun so behandeln, noch ist man grundsätzlich abmahngefährdet.

    Übrigens gibt es durchaus leicht umzusetzende technische Ansätze, um den Aufruf von Bildern ohne einbindende Seite zu unterdrücken. Das lässt sich am Webserver konfigurieren.
    Nö, das ist nicht ganz einfach, jedenfalls nicht für jeden, aber durchaus technisch machbar. Es zwingt einen ja keiner, die kostenlosen Bilder von Pixelio zu verwenden.

    Wie sieht es denn mit der Formulierung „Seite“ aus? Verlangt die Lizenzbedingung von Pixelio nicht, dass der Hinweis _auf der Seite_ auf der das Bild verwendet wird, auftaucht? Wenn ich per Browser das Bild separat anzeige, dann gibt es doch gar keine „Seite“, sondern nur das Bild.
    Da sind wir bei einer technischen Notwendigkeit, der Seitenbetreiber nicht im Griff hat: Will ich auf einer HTML-Seite ein Bild einbinden, muss ich das über einen Link machen. Jedes Bild muss also eine separate URL haben, die man üblicherweise auch separat aufrufen kann. Ohne Seite ist das aber doch keine „Mehrfachverwendung“, oder?

    Antworten
  36. Der Copytexter

    Als Berufskreativer und unbedingter Befürworter des Urheberrechts kann ich die demonstrative Gelassenheit der Autorin angesichts des umstrittenen Gerichtsurteils nicht nachvollziehen. Geschweige denn teilen.

    Das sei halt alles Neuland und werde sich mit der Zeit schon einrenken, schreibt sie, außerdem habe sowieso nur ein Landgericht geurteilt – ein Landgericht, pah! -, und überhaupt seien die Betroffenen im Grunde ja auch selber schuld: „You get what you pay for!“, werden wir gleich mehrfach ermahnt.

    Kein Grund zur Aufregung, also. Alles halb so wild. Abwarten, Tee trinken und darauf hoffen, dass irgendwann(!) irgendeine höchstrichterliche Instanz die wahrscheinlich millionenfache Nutzung von pixelio-Bildern in der üblichen, bisher von niemandem beanstandeten Form vielleicht doch für rechtens erklärt, bevor einer der geweckten Abmahnhunde Blut geleckt und Fährte aufgenommen hat.

    Das nenne ich mal eine mutige Empfehlung. Und völlig kostenlos. You get what you pay for.

    Was das Urteil nun wirklich bedeutet, warum es sachlich fragwürdig ist und was betroffene Nutzer tun können, erfahren wir bei Kollegen andernorts. Nämlich alle entsprechenden Bilder zu löschen, wenn man denn wirklich auf Nummer Sicher gehen will. Und wir reden hier über Bilder, die völlig legal beschafft wurden und deren Nutzung von den Urhebern eigentlich ausdrücklich erwünscht ist. Aber nein, irgendjemand findet wieder einen Dreh und willfährige Juristen, um auf gemeinsamem Willen und gesundem Menschenverstand beruhende Vereinbarungen außer Kraft zu setzen und statt dessen für Rechtsunsicherheit zu sorgen.

    Und darüber soll man sich nicht „aufregen“ dürfen? In valium veritas.

    Disclaimer:
    Ich war und bin kein pixelio-Mitglied und insofern von dem Fall nicht unmittelbar persönlich betroffen, als Schöpfer urheberrechtlich geschützter Werke aber dennoch an fairer Auslegung und an der Lebenswirklichkeit orientierter Anwendung der gesetzlichen Regelungen interessiert.

    Antworten
    1. Jochen Häberle

      Als Befürworter des Urheberrechts, als was ich mich übrigens auch bezeichnen würde, sollte es Ihnen aber doch klar sein, dass man Lizenzbedingungen einhalten muss. Oder den Vertrag dazu eben nicht eingehen darf, wenn man die Bedingungen nicht einhalten will oder kann.
      Das Gericht hat erklärt, wie es die Lizenzbedingungen von Pixelio versteht und ich finde das nachvollziehbar. Ich habe hier schon ausgeführt, dass es technische Massnahmen gibt, die von kompetenten Webmastern in kürzester Zeit zentral umzusetzen sind. Wo ist das Problem?

      Auf der anderen Seite bemüht sich ja nun Pixelio, klar zu machen, dass sie das mit den Lizenzen ja nicht so gemeint haben. Das ist doch prima so, sollen Sie Klarheit in Ihre Lizenzbedingungen schaffen und klar sagen, was sie gemeint haben. Dann ist allen geholfen.

      Ist das Problem nicht, dass das Neuland es scheinbar so einfach macht, urheberrechtlich geschützte Werke zu nutzen, zu teilen und wiederzuverwenden? Leider ist es halt nur technisch einfach und zugleich verlockend. Die Rechte der Urheber gelten trotz aller Einfachheit unvermindert fort und sind meiner Meinung nach gerade deshalb schützenswert.

      Nur um nicht missverstanden zu werden: ich bin gleichzeitig der Meinung, dass dem Abmahnwahnsinn Einhalt geboten werden muss. Doch hier tut sich ein großes Minenfeld auf, es wird nicht leicht sein, für einen korrekten Interessenausgleich zu sorgen.

      Antworten
      1. Der Copytexter

        „Als Befürworter des Urheberrechts, als was ich mich übrigens auch bezeichnen würde, sollte es Ihnen aber doch klar sein, dass man Lizenzbedingungen einhalten muss.“

        Unbedingt. Allerdings bin ich eben der Meinung, dass das für beide Seiten gelten sollte. Kann man nicht auch von einem Fotografen, der seine Bilder auf einer solchen Plattform anbietet, erwarten, dass er die Bedingungen liest und in ihrer üblichen Interpretation und Anwendung akzeptiert? Denn dass sich Bilddateien im Browser direkt ohne den HTML-Kontext aufrufen lassen, ist ja nicht neu. Neu ist nur der Versuch, über diesen Kniff Leute abzuzocken (ich benutze das Wort ungern, aber hier erscheint es mir durchaus angemessen).

        Es geht im Grundsatz auch nicht um die Frage, ob es vielleicht irgendwelche mehr oder weniger aufwändigen technischen Verfahren gibt, den Direktzugriff mehr oder weniger wirksam zu verhindern (die Meinungen darüber gehen auseinander), sondern darum, dass solche Überlegungen im gegebenen Zusammenhang bis vor kurzem nach gesundem Menschenverstand absurd erschienen.

        Hier wurde auf Initiative und zum Vorteil Einzelner mit spitzfindiger Interpretation und juristisch fragwürdiger Argumentation ein neues Fass aufgemacht, welches funktionierende Modelle in Frage und die nach Treu und Glauben handelnden Nutzer vor ernste Probleme stellt.

        „Ist das Problem nicht, dass das Neuland es scheinbar so einfach macht, urheberrechtlich geschützte Werke zu nutzen, zu teilen und wiederzuverwenden?“

        Nein, denn hier geht es ja gerade nicht um dreisten „Bilderklau“, sondern im Gegenteil um die nach gesundem Menschenverstand korrekte Nutzung von Bildmaterial zu den vom Anbieter angegebenen und von allen Beteiligten akzeptierten Bedingungen.

        Ob als Entgelt für die Nutzung nun tausend, zehn oder wie in diesem Fall auch null Euro vereinbart wurden, spielt für mich persönlich im gegebenen Zusammenhang übrigens keine Rolle (ähnliche Bedingungen finden sich auch bei kostenpflichtigen Stock-Agenturen). Und ich vermute, dass es auch juristisch nicht von Bedeutung ist, lasse mir die Relevanz des „You get what you pay for“ zur rechtlichen Bewertung des Sachverhaltes aber gerne erläutern.

        Antworten
    2. Oliver Schuh

      Lieber Copytexter,
      wunderbar auf den Punkt gebracht.
      Auch Ihre nächste Ausführung, die folgende Antwort auf Herrn Häberle.

      Ich wünschte mir, es würden sich mehr Berufskreative sachlich zu Wort melden, wenn es denn die einschlägigen Berufsverbände schon nicht tun und die Zunft der Anwälte nicht selbst, aus eigenem Antrieb solch Wildwuchs beendet.

      Es wäre doch schön, würden wir aufgrund öffentlicher und sachlicher Diskussion vermeiden, daß noch weitere Opfer in die Fotofalle tappen.

      Eine kleine, aber feine Gruppe Berufskreativer, die dieses Thema beleuchten, gibt es auf XING:http://bit.ly/1bjKVCz – Sie sind herzlich eingeladen.

      Gruß vom Elbstrand
      Oliver Schuh | die gebrauchsgrafiker

      Antworten
      1. Der Copytexter

        Hallo Herr Schuh, danke für die Einladung. Ich bin mir nicht sicher, ob ich als Texter, Autor und Pro-forma-Mitglied eine Bereicherung für ein Grafiker-Forum bei Xing wäre, werde mir die Sache aber mal ansehen. 😉 Beste Grüße vom Copytexter

        Antworten
  37. Dirk

    Sehr geehrter Herr Häberle,
    was wären denn das für technische Möglichkeiten, das Bild nicht separat über die URL aufrufen zu lassen? Eine nachträgliche Änderung des Bildes geht ja auch nicht.
    Einige schreiben immer, es wäre technisch möglich, es ist aber nicht möglich dies zu unterbinden. Einzig die Browserhersteller oder Betriebssystemhersteller könnten sowas machen. Ich lass mich gern eines besseren belehren.

    Antworten
  38. Jochen Häberle

    Man kann gängige Webserver so konfigurieren, dass sie Dateien nur ausliefern, wenn gewisse Kriterien bei der Anfrage erfüllt sind. Für den Fall mit den Bildern wäre denkbar, das Ausliefern von Bildern (oder Bilder aus einem Ordner Pixelio) nur vorzunehmen, wenn sie in einer Seiten-Datei des eigenen Servers eingebunden sind. Das lässt sich an einer vom Browser mitgesendeten Information dem sogenannten Referer ablesen. Der Referer enthält Informationen über eine Quelle, über die man die angefragte Ressource erreicht hat. Das kann ein Link (im Fall von bspw. Google-Suchen) oder eben die einbindende Seite sein.
    Untersucht man diesen Referer, kann man feststellen, ob er lokal ist, fremd oder eben leer. Der direkte Bildaufruf erfolgt mit einem leeren Referer.

    Das Ergebnis solch einer Prüfung könnte sein, dass der Server das direkt und „nackt“ aufgerufene Bild nicht ausliefert. Zudem kann man so steuern, ob Daten z.B. bei der Google Bildersuche oder sonst wo auftauchen.

    Diese Lösung ist nicht vom Browser oder dem Betriebsystem abhängig sondern vom Webserver-Programm und bedingt einen Zugriff auf dessen Konfiguration. Mag schon sein, dass das keinen hundertprozentigen Schutz bietet, aber dafür haben wir ja andere Gesetze, die die Umgehung von derartigen Schutzmaßnahmen verbieten. Der Maßgabe des Gerichts vom „technisch machbaren“ entspricht das sicher.

    Vertiefende Quelle:

    Antworten
      1. Dirk

        Herr Häberle,
        das was Sie hier anführen bezieht sich auf Hotlinking und hat rein gar
        nichts mit dem Urteil zu tun.
        Deswegen kann man immer noch das Bild eigenständig laden.
        Wie gesagt, es ist technisch nicht möglich
        Zeigen Sie mir eine Seite wo das so realisiert ist und geben Sie mir 5 Sekunden und ich zeige Ihnen das Bild auf einer anderen Seite.

        Antworten
        1. Jochen Häberle

          Klar bezieht sich das auf Hotlinking und wie bereits angeführt ist die Technik die gleiche. Im Vergleich zum Beispiel muss man den leeren Referrer noch sperren. Der Ansatz bleibt der gleiche.

          5 Sekunden? Boah ey! Ich hab‘ deutlich länger gebraucht, um die Demo zu bauen, aber gut: die Wette gilt 😉
          Runter laden und bei Ihnen hochladen gilt natürlich nicht, denn das wäre ein urheberrechtlich relevanter und sowieso abmahnfähiger „Diebstahl“ (nicht, dass mein Bild urheberrechtlichen Schutz genießen würde…).
          (Dem Runterladen würde ich persönlich übrigens im Echtfall mit einem Rechtsklickschutz begegnen. Auch da weiß ich, dass das umgangen werden kann. Aber wer das tut ist sich bewusst, dass er einen Schutz umgeht und etwas tut, das ich nicht will. Der handelt also auf jeden Fall mutwillig und ist fällig, wenn ich ihn erwische)

          Hier ist der Link zur Einbindung (oder den man den Richtern schicken würde als Beweis!): http://demo.laborumgebung.de/pics/tollesBild.png

          Wenn ein roter Titel kommt, wirkt mein Schutz.

          Hier die Seite, in der das Bild angenommenerweise „lizenzkonform“ eingebunden ist: http://demo.laborumgebung.de/

          Ich muss zugeben, dass es nicht sooo gut funktioniert, wie ich mir das gedacht habe. Z.B. Firefox sendet, wenn man im Context-Menu „Grafik anzeigen wählt“ den Referrer mit, in anderen Fällen kommt das Bild womöglich aus dem Browsercache.
          Aber wenn man dann den Bilderlink zum Anwalt oder den Richtern schickt (Beweis: das ist der lizenzverletzende Link: http://demo.laborumgebung.de/pics/tollesBild.png ), dann schlägt der Schutz auf jeden Fall und ich denke, sogar am LG Köln hätten sie das dann anders bewertet, denn mein Bild kann man nicht eigenständig laden. Sprich: nicht, ohne vorher die einbindende Seite ebenfalls geladen zu haben.

          Wie gesagt, ich teile die Meinung vom LG Köln nicht völlig, aber aus anderen Gründen als hier diskutiert. Ich finde, das LG Köln hat die spezifischen Lizenzbedingungen von Pixelio nachvollziehbar ausgelegt, insbesondere indem es auf das „technisch machbare“ abzielt, eine Formulierung aus den Pixelio Lizenzbedinungen, wenn ich nicht irre…
          Bezüglich der Nutzung im Internet steht in den Bedingungen, dass ein Link auf Pixelio erfolgen muss. Das ist bei der direkten Bild-URL völlig unmöglich. Ergo erfolgt daraus, dass man den Direktaufruf unterbinden muss, will man den Bedingungen folgen. Wie ich oben gezeigt habe, ist das möglich.
          Ich kann einfach in diesem Fall das Bashing des LG Köln nicht nachvollziehen. Es ist doch viel eher an Pixelio (und anderen), die Lizenzbedingungen klar, eindeutig und für jedermann umsetzbar zu halten. Die erste Reaktionen von Pixelio gehen ja auch in diese Richtung.

          In diesem Sinne: ein schönes Wochenende.

          Antworten
          1. Jochen Häberle

            toll. Sie haben das Bild kopiert. Wenn Sie das Bild woanders verwenden, begehen Sie auf jeden Fall einen urheberrechtlich relevanten Tatbestand. Das ist nichts Neues und wird laufend erfolgreich abgemahnt.
            Das Urteil vom LG Köln besagt aber, dass man ein Bild unter Pixelio-Lizenz nicht ohne Urhebernennung und Backlink zugänglich machen darf, auch nicht über den Direktlink.
            Ich kann der Lizenz beim Direktlink auch nicht Folge leisten, also unterdrücke ich ihn. Dem Urteil (und damit der Lizenz) ist mit meinem Ansatz mit geringem technischen Aufwand entsprochen.

          2. Dirk

            Ich hab das Bild nicht kopiert, ganz normal aufgerufen.
            Es ist halt technisch nicht möglich das zu umgehen.
            Otto-Normalverbraucher wird zwar nie auf solche Ideen kommen, aber wer
            eben auf Abmahnung aus ist, der findet halt solche Sachen.

          3. Jochen Häberle

            Was Sie da haben ist eine Kopie in Form eines Screenshots. Aber der Direktlink ist trotzdem geschützt. Mir reicht das.

          4. XSized

            Ich sehe einen Screenshot von dem aufgerufenen Bild im Browser, keine Kopie oder dergleichen. Mit exakt solchen Screenshots werden zum Beispiel Abmahnungen „legitimiert“ bzw. begründet.

            Entscheidend bei dieser ganzen Diskussion ist doch allein eins: Das Bild ist problemlos auch MIT diesem „Schutz“ außerhalb der Seite darstellbar, die den Hinweis auf den Urheber enthält. Schon immer.

          5. Jochen Häberle

            Mit exakt solchen Screenshots werden zum Beispiel Abmahnungen “legitimiert” bzw. begründet.

            Da kenne ich mich nicht mit aus… Ich erwarte allerdings, dass zumindest in einem Prozess der Direktlink überprüft wird.

            Entscheidend bei dieser ganzen Diskussion ist doch allein eins: Das Bild ist problemlos auch MIT diesem “Schutz” außerhalb der Seite darstellbar, die den Hinweis auf den Urheber enthält. Schon immer.

            Da sehe ich nicht das Problem, so lese ich das Urteil nicht. Das Bild ist u.U. außerhalb der Seite darstellbar, wenn man zuvor die Seite angesehen hat. Mit Urhebernennung. Der Direktlink alleine, ohne die Seite, ist nachvollziehbar problematisch, gleichzeitig aber verhinderbar.

          6. Dirk

            Es soll ja auch nur zeigen, das es nicht möglich ist Bilder zu schützen (ausser man zeigt sie halt nicht 🙂 ). Man muss nicht mal allzuviel Erfahrung mitbringen um an das Bild zu kommen.
            Wie gesagt, wer auf sowas aus ist, macht es auch.
            Und jener Fotograf ist ja nun auch nicht grad ein unbeschriebenes Blatt 🙂

          7. Jochen Häberle

            Sie wechseln das Thema. Dass man Bilder nicht klauen und einfach weiterverwenden darf, ist nix neues. Hier ging es um eine sehr konkrete Lizenzvereinbarung, aus der das LG Köln abgeleitet hat, dass man einen Direktlink zu einem Bild unter dieser Lizenz nicht publizieren darf, ausser man schafft es, dabei den Urheber und einen Backlink zu schalten. Da mindestens letzteres Unmöglich sein dürfte, besteht der gezeigte Ausweg, den Direktlink nicht zu zu lassen. q.e.d.
            Aber lassen wir das, wir drehen uns im Kreise.

          8. Der Copytexter

            Herr Häberle, Ihre beharrlichen Versuche, den vorherrschenden Meinungen der Fachwelt zum Trotz doch noch irgendeine technisch machbare Lösung zu konstruieren, sind zwar anerkennenswert, gehen jedoch komplett an der Sache vorbei, weil sie selbst bei einem Erfolg die Entscheidung des Kölner Landgerichts nicht weniger irrwitzig erscheinen lassen würden.

            Zur Erinnerung: Es ging bei der Urteilsfindung und -bewertung um die Frage, was üblich und für den durchschnittlichen User mach- bzw. zumutbar ist, um die Auslegung des Direktaufrufs als eigenständige Nutzung und das offensichtlich treuwidrige Verhalten des klagenden Fotografen (aka Abzocke).

            Das Gericht selbst bietet als einzigen technischen Lösungsvorschlag an, die Urheberkennzeichnung direkt im Bild unterzubringen, was aber nachweislich eben nicht üblich und zweitens mit Blick auf das eingeschränkte Bearbeitungsrecht auch rechtlich fragwürdig ist.

            Normalerweise heißt es ja: Zwei Juristen, drei Meinungen. Im vorliegenden Fall sind aber offenbar neun von zehn Juristen einer Meinung und können diese auch schlüssig begründen. Es geht hier also keineswegs um „gesundes Volksempfinden“ oder die Folgen der viel zitierten „Kostenloskultur“. Nein, die Kritik an der Gerichtsentscheidung ist durchaus fundiert und wird praktisch über alle Interessengruppen hinweg geteilt.

            Wie gesagt: Hier wurde ohne Not und gegen jede Vernunft mit Brachialgewalt ein versiegeltes Fass übel riechenden Inhaltes geöffnet und auch gleich zum Überlaufen gebracht, wie die zahlreichen Diskussionen im Web zeigen, in denen schon wieder das Urheberrecht an sich in Frage gestellt wird, weil man es selbigem augenscheinlich ja sowieso nie recht machen kann. Schönen Dank auch!

          9. Jochen Häberle

            Bester Copytexter,

            Herr Häberle, Ihre beharrlichen Versuche, den vorherrschenden Meinungen der Fachwelt zum Trotz doch noch irgendeine technisch machbare Lösung zu konstruieren, sind zwar anerkennenswert, gehen jedoch komplett an der Sache vorbei, weil sie selbst bei einem Erfolg die Entscheidung des Kölner Landgerichts nicht weniger irrwitzig erscheinen lassen würden.

            Die Fachwelt? Sind das die, die gleich geschrien haben, dass (mal wieder) jedes Bild im Internet abgemahnt werden kann??
            Wie so oft werden auch bei diesem Sachverhalt mal wieder alle Themen rund ums Urheberrecht und Internet in einem Topf vermischt.

            Zur Erinnerung: Es ging bei der Urteilsfindung und -bewertung um die Frage, was üblich und für den durchschnittlichen User mach- bzw. zumutbar ist, um die Auslegung des Direktaufrufs als eigenständige Nutzung und das offensichtlich treuwidrige Verhalten des klagenden Fotografen (aka Abzocke).

            Ging es das? Ich denke nicht. Es ging um eine Lizenz, in der vereinbart wird, dass ein darunter lizensiertes Bild im Internet nicht ohne Nennung des Urhebers und eines Backlinks zu Pixelio veröffentlich werden darf. Das Gericht hat das auch für Direktlinks so gesehen. Ich finde das nachvollziehbar. Für die konkrete Formulierung in der Pixelio-Lizenz. Nicht für jedes Bild. Nicht für das Urheberrecht.
            Ich kenne viele Urheber die aus unterschiedlichen Gründen ihre Probleme mit dem Direkt-Link haben. Und genau deshalb die von mir aufgezeigte Lösung einsetzen.
            Urheber und Medienschaffende tun das. Lizenznehmern, die derartige Werke nutzen wollen, ist das nicht zuzumuten? Die Meinung teile ich wirklich nicht.
            Es geht zudem nicht im Geringsten um den „durchschnittlichen“ User. Es geht um Website-Betreiber, die Bilder anderer verwenden wollen. Wer eine Website betreibt sollte Ahnung davon haben was er tut, was die Technik und das Urheberrecht angeht. Oder er sollte zumindest jemanden haben, der sich damit auskennt.

            Das Gericht selbst bietet als einzigen technischen Lösungsvorschlag an, die Urheberkennzeichnung direkt im Bild unterzubringen, was aber nachweislich eben nicht üblich und zweitens mit Blick auf das eingeschränkte Bearbeitungsrecht auch rechtlich fragwürdig ist.

            Das sehe ich allerdings auch sehr problematisch.
            Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob das Gericht gemeint hat, man solle eine Art Wasserzeichen auf dem Bild anbringen. Wie wäre es mit einer Verlängerung des Bildes nach unten? Ein weißer oder sonstwie farbiger Balken am Bild, auf dem die Kennzeichnung angebracht wird? Ein Direktlink bleibt so allerdings schwierig, resp. nicht klickbar. Ob der Backlink klickbar sein muss, darüber schwigt sich die Pixelio-Lizenz allerdings auch aus.
            Sei’s wie’s will, wer weiß schon, was das Gericht sich gedacht hat. Ist auch nicht so wichtig. Das Gericht hatte ja nicht darüber zu befinden, wie wir so was technisch oder gestalterisch lösen, sondern darüber, wie die eingesetzte Lizenz zu bewerten ist.

            Normalerweise heißt es ja: Zwei Juristen, drei Meinungen. Im vorliegenden Fall sind aber offenbar neun von zehn Juristen einer Meinung und können diese auch schlüssig begründen. Es geht hier also keineswegs um „gesundes Volksempfinden“ oder die Folgen der viel zitierten „Kostenloskultur“. Nein, die Kritik an der Gerichtsentscheidung ist durchaus fundiert und wird praktisch über alle Interessengruppen hinweg geteilt.

            Es ist an Teilen des Urteils durchaus Kritik angebracht, da bin ich Ihrer Meinung. Aber ich teile vor allem die Ansicht von Diercks in Ihrem Artikel hier oben, dass die Wogen unangemessen hoch schlagen. Das Internet ist keinesfalls in seinen Grundfesten erschüttert, noch nicht mal jeder Website-Betreiber mit Bildern muss eine Abmahnung fürchten. Es handelt sich um ein Einzelurteil bezogen auf eine spezielle Lizenz.
            Ich finde es grundsätzlich begrüßenswert, dass das Problem des Direktlinks in den Fokus rückt und dass ein Gericht unklare und möglicherweise unbeabsichtigt scharf formulierte Lizenzbedingungen offenlegt. Immerhin hat Pixelio die Lizenz so formuliert wie sie ist, nicht das Gericht. Aber ich finde, das Gericht hat die Lizenz korrekt ausgelegt. Dass da keiner, inklusive Pixelio damit gerechnet hat und „man“ das schon immer so gemacht hat, ist doch kein Argument.

            Wie gesagt: Hier wurde ohne Not und gegen jede Vernunft mit Brachialgewalt ein versiegeltes Fass übel riechenden Inhaltes geöffnet und auch gleich zum Überlaufen gebracht, wie die zahlreichen Diskussionen im Web zeigen, in denen schon wieder das Urheberrecht an sich in Frage gestellt wird, weil man es selbigem augenscheinlich ja sowieso nie recht machen kann. Schönen Dank auch!

            Und das ist die von Ihnen beschworene Fachwelt? Na danke schön.
            Da ist es wieder. Die unzulässige Veralgemeinerung. Das Urheberrecht hat direkt nicht viel mit dem Urteil zu tun. Das Urteil ist bezüglich einer konkreten Lizenz gefällt worden. Das betrifft Pixelio-Kunden. Niemand sonst. Allerdings sollte man eingegangene Lizenzen evtl. nochmal lesen. Und verstehen, was sie bedeuten.

            Und ich bleibe dabei, dass viele der Probleme von der Kostenloskultur im Internet kommen. Weil es eben auch dem von Ihnen angeführten durchschnittlichen User möglich ist, eine Website zu betreiben. Und weil es so einfach ist, ein schönes Bild zu finden, zu kopieren und auf der eigenen WebSite einzusetzen, bringen sich diese User laufend in problematische, abmahnfähige Situationen.
            Hier im konkreten Fall geht es um ein Bild, das kostenlos angeboten wurde, mit der entsprechenden Lizenz. Wenn man nur das kostenlos sieht und dabei die Pflicht der Lizenz nicht nachkommt, ist das für mich durchaus der Kostenloskultur geschuldet.

            Ich bin daher der Meinung, dass dem Abmahnwahnsinn ein Riegel vorgeschoben gehört, ohne die berechtigten Ansprüche bspw. der Urheber zu begrenzen. Ich bin der Meinung, dass das Urheberrecht und die Folgen für den Einzelnen im Denken der durchschnittlichen User einen besseren Platz benötigen. Und drum finde ich ein Urteil über eine viel zu scharfe und unklare Lizenz grundsätzlich begrüßenswert. In diesem Fall verdient es das LG Köln nicht, so gebashed zu werden. Die Fachwelt sollte lieber Pixelio und andere mit vergleichbaren Lizenzen angehen und für Nachbesserung oder zumindest Klärung sorgen. Da wäre der Netzgemeinde mehr damit geholfen.
            Mit dem Verurteilten habe ich daher nur wenig Mitleid. Er hätte ja auch einsehen können, dass die Vorwürfe nicht aus der Luft gegriffen sind und nachbessern können. Wollte er aber nicht. Daher war er zu verurteilen. Hinzu kommt, dass es da ja eine Vorgeschichte gibt. Der Beklagte hat das Bild auch noch auf einer Übersichtsseite geführt, ohne Urhebernennung. Das wurde auch abgemahnt. Vor Gericht gab es da Probleme, weswegen auf den Direktlink umgestiegen wurde. Die Zweitverwendung eines Bildes auf einer Übersichtsseite ohne Urheberkennung entspricht meiner Meinung nach ganz gewiss nicht der eingegangen Lizenz.
            Davon abgesehen handelte es sich so weit ich weiß um eine WordPress Site. WordPress in der Standardversion belegt jedes Bild mit einem Direktlink, der sich in einem neuen Fenster öffnet.

            Einen schönen Abend!

  39. Nina Diercks Beitragsautor

    Hallo zusammen,

    vielen, vielen Dank für die zahlreichen Kommentar und Diskussionen zu diesem Beitrag. Darüber freue ich mich sehr. Und ich bitte zu verzeihen, dass ich nicht auf jeden Kommentar eingehen und jede Frage beantworten kann. Aber hier liegt auch noch Arbeit auf dem Schreibtisch, die gemacht werden muss.

    Ganz grundsätzlich möchte ich noch eines anmerken: Niemand muss meine/unsere Auffassung teilen. Jeder kann seine eigene Meinung haben. Sachliche Diskussionen haben wir hier sehr gerne. Aber wir bitten, doch auf Tonalität und Wortwahl zu achten.

    Soweit schon mal ein schönes Wochenende!

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  48. clogged toilet city of pompano beach

    Replacing the wax ring is a lot less difficult and expensive than replacing the
    toilet, but if you have wanted a new commode, this is your chance.
    “ In little time at all, the completed washing was spinning away drying in the only dryer, I was standing under a well eared hot shower giving myself a good rubdown. Toilet paper is among the most essential product because you are always going to need it and you use it all the time.

    My webpage – clogged toilet city of pompano beach

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