Google Analytics kann rechtskonform verwendet werden!

Hin und her ging es zwischen Google und insbesondere dem Hamburger Datenschutzbeauftragten – Google Analytics war nach Auffassung von letzterem nicht in Übereinstimmung mit geltendem Datenschutzrecht zu verwenden (ein wenig mehr dazu findet sich in diesem Artikel und in diesem). Seit Ende 2009 führten der Hamburgische Datenschutzbeauftragte im Auftrag des Düsseldorfer Kreises (informelle Vereinigung der obersten Datenschutzaufsichtbehörden für den nicht-öffentlichen Bereich) Gespräche über erforderliche Änderungen des Tracking-Tools für den rechtskonformen Einsatz. Nun, offensichtlich waren diese Gespräche im Ergebnis erfolgreich. Google änderte das Tracking-Verfahren, so

  • dass den Nutzern einer Website die zwingend notwendige Möglichkeit zum Widerspruch gegen die Erfassung von Nutzungsdaten mittels des Deaktivierungs-Add-On eingeräumt werden kann und zwar für alle gängigen Browsern,
  • dass auf Anforderung des Webseitenbetreibers das letzte Oktett der IP-Adresse vor jeglicher Speicherung gelöscht wird, so dass darüber keine Identifizierung des Nutzers mehr möglich ist (Obacht: Das ist zwingend für deutsche Webseitenbetreiber zum rechtskonformen Einsatz!),
  • und dass schließlich die Webseitenbetreiber einen schriftlichen Vertrag (Ja, wirklich schriftlich mit Unterschrift und so!) zur Auftragsdatenverarbeitung nach den Vorschriften des Bundesdatenschutzgesetzes abschließen können (müssen). Dieser Vertrag findet sich hier.

Darüber hinaus muss der Webseitenbetreiber natürlich eine ordnungsgemäße Datenschutzerklärung erstellen. Hilfestellung bei der rechtskonformen Einbindung des Tracking-Tools gibt es vom Hamburger Datenschutzbeauftragten an dieser Stelle: Hinweise für Webseitenbetreiber mit Sitz in Hamburg, die Google Analytics einsetzen.

Also, es geht! Das kleine Deutschland mit den in vielen Augen „komischen“ Datenschutzgesetzen zwingt den Riesen Google. Da kann man dann ja guter Hoffnung sein, dass auch Facebook weitere Schritte unternimmt. 

Und nein, wir wollen jetzt nicht jammern, dass es Irrsinn sei, schriftlich Verträge mit Google abschließen zu müssen. Wir freuen uns jetzt erstmal einfach, dass man Google Analytics rechtskonform benutzen kann. Jawoll.

In diesem Sinne,

Meckerfritzen bitte erstmal nach hinten!

(Wenn ich das Haar in der Suppe gefunden habe, dürfen natürlich auch die wieder alle sofort kommen. 😉 )

11 Gedanken zu „Google Analytics kann rechtskonform verwendet werden!

  1. Pingback: Regeln für den Einsatz von Analytics in Deutschland stehen fest « Googlereport – Google-Experte Lars Reppesgaard

      1. RA Thomas Gramespacher

        Eben: Der mobile Bereich kommt – wenn überhaupt – immer erst im zweiten Schritt und auch dann werden wirklich plattformübergreifende Lösungen nicht unmittelbar präsentiert. Das gibt der wachsenden Bedeutung der mobilen Internetnutzung und Nutzung auf „Post-PC-Devices“ (iPad & Co…) allerdings eine falsche Rolle…
        Durch den aktuellen Entwicklungsstand und die Verfügbarkeit „klassischer Websites“ auf mobilen Endgeräten ist es aber erforderlich auch unmittelbar Anpassungen, etwa an Mobilbrowser, vorzunehmen.
        Kurz: Was bringt der ganzen Kram, wenn der Nutzer das Plugin am Mobil-Safari nicht nutzen kann. Der Betreiber ist nunmal zunächst für seine Angebote verantwortlich – niemand sonst. Richtig.
        Die gleichen Problematiken bestehen/teilweise bestanden dem Grunde nach auch bei Shopping Apps, Mobilversionen von Online-Shops und Shopping-Plattformen etc. im Bereich Informationspflichten.
        Und mit einigem Schmunzeln denke ich an all diejenigen zurück, die beim „Umsichgreifen“ von Twitter getönt haben: „Impressum als Grafik einbinden!!!!“ – Zu dem Mal die Mobilversion von Twitter geöffnet… Nix Grafik!
        Naja… Wenn das alles glatt laufen würde, hätten wir keine „Abmahnwellen“ mehr o.ä. hektische Ausbrüche wildgewordener Online-(Rechts-)Spezialisten…
        Würde mir was fehlen…? Hmm… 😉

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