Exzellenter Artikel zu „Datenschutz und Datensicherheit in sozialen Netzwerken“

Unbedingt muss ich hier noch einmal auf den sehr (!) lesenswerten Artikel „Datenschutz und Datensicherheit in sozialen Netzwerken“ von Tobias Kläner verweisen, der gestern im Telemedicus erschien.

Lesenswert ist der Artikel vor allem deswegen, weil der Autor weder in das Horn der Datenschützer-Fraktion á la Aigner noch in das derjenigen, die wie Marc Zuckerberg der Meinung sind, „Privatspähre sei nicht mehr zeitgemäß“ bläst. Tobias Kläner setzt sich sehr pragmatisch mit dem öffentlichen Diskurs zum Thema Datensicherheit einerseits und den Bedürfnissen einer Web 2.0 Welt andererseits auseinander. Gerade die Funktion und die Bedeutung von Social Media wird meines Erachtens in der Debatte um Datensicherheit viel zu wenig berücksichtigt.

So illustriert Kläner an folgendem Beispiel, wie sehr der Ruf der Datenschützer nach mehr Protektionismus die Gesellschaft 2.0 verkennt:

„Man stelle sich nur einmal die absurde Situation vor, in welcher sich zwei Freunde bei Facebook suchen und nicht finden, weil die jeweiligen Privacy-Einstellungen so restriktiv definiert sind, dass man von anderen Nutzern quasi nicht im Netzwerk aufgefunden werden kann. Netzwerkeffekte würden unterbleiben, soziale Netzwerke wohl schlechthin nicht oder nicht in diesem Ausmaß existieren.“

Dazu zeigt Kläner die Probleme der derzeitigen Datenschutz-Struktur auf und stellt mögliche Lösungsansätze vor. Insbesondere erinnert er daran, dass mit dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung auch eine – so würde ich es jetzt mal nennen – informationelle Selbstverantwortung einhergeht. Anders ausgedrückt: Muss man seine privatesten Bilder und Meinungen mit der Öffentlichkeit teilen?

Auf informatives und vergnügliches Lesen von „Datenschutz und Datensicherheit in sozialen Netzwerken“ von Tobias Kläner, Telemedicus v. 20.07.2010, http://telemedicus.info/a/1806.html.

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